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Sonnenstrahlen fallen in petrolfarbenes Wasser mit feinen Lichtpartikeln.

KI-Texte auf deiner Website: Kennzeichnen, prüfen, haften. Was du wissen musst

Ein Ratgeberartikel zur Berufsunfähigkeit, in zehn Minuten mit ChatGPT geschrieben. Klingt verlockend. Und ehrlich gesagt: Viele Makler machen das längst. Laut AfW-Vermittlerbarometer ist Texterstellung mit 77 Prozent der häufigste Einsatzzweck von KI bei Vermittlern. Das ist nachvollziehbar. Schreiben kostet Zeit, und KI spart sie.

Aber sobald ein KI-Text auf deiner Website steht, stellen sich drei Fragen. Muss ich ihn kennzeichnen? Wer haftet, wenn etwas falsch ist? Und wie stelle ich sicher, dass er gut ist?

Kennzeichnung: Es kommt auf die Prüfung an

Der EU AI Act sieht seit August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte KI-generierte Texte vor. Betroffen sind Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren. Es gibt aber eine wichtige Ausnahme: Wenn ein Mensch den Text redaktionell geprüft hat und jemand die redaktionelle Verantwortung trägt, entfällt die Kennzeichnungspflicht.

Für Makler heißt das in der Praxis: Wenn du KI als Werkzeug nutzt, den Text aber selbst liest, korrigierst, ergänzt und freigibst, bist du in einer deutlich entspannteren Lage. Wer dagegen Texte ungeprüft automatisch veröffentlicht, sollte genauer hinschauen. Ob ein konkreter Ratgebertext unter die Pflicht fällt, ist im Einzelfall zu bewerten.

Unser Rat: Prüf jeden Text. Nicht wegen einer Kennzeichnung, sondern weil er sonst Risiken birgt.

Die Haftung bleibt immer bei dir

Hier gibt es keine Grauzone. Was auf deiner Website steht, verantwortest du. Egal ob du es selbst geschrieben hast, deine Mitarbeiterin oder eine KI. Und KI macht Fehler. Sie klingt dabei nur sehr überzeugt.

Ein Beispiel: Du lässt dir einen Artikel über die PKV schreiben. Die KI nennt Beitragsbemessungsgrenzen oder Versicherungspflichtgrenzen aus einem Vorjahr, weil ihr Wissen nicht aktuell ist. Oder sie beschreibt Tarifmerkmale, die es so nicht gibt. Ein Leser verlässt sich darauf. Im schlimmsten Fall entsteht ein Schaden, oder ein Mitbewerber mahnt irreführende Angaben ab.

Typische Fehlerquellen bei KI-Texten:

  • veraltete Werte, Grenzen und Fristen
  • falsche oder vermischte Tarifinformationen
  • erfundene Quellen oder Studien
  • Formulierungen, die wettbewerbsrechtlich heikel sind, etwa „die beste Versicherung“ oder pauschale Leistungsversprechen

Bilder und Urheberrecht: kurz im Blick behalten

Auch KI-Bilder sind beliebt. Rein KI-generierte Bilder genießen nach überwiegender Auffassung in Deutschland meist keinen eigenen urheberrechtlichen Schutz. Das heißt aber nicht, dass du alles bedenkenlos nutzen kannst.

Achte darauf, dass keine erkennbaren Marken, Logos oder echten Personen nachgebildet werden. Und prüf die Nutzungsbedingungen des Tools, mit dem du das Bild erstellt hast.

Bei KI-Texten gilt Ähnliches: Lass die KI nicht fremde Artikel umschreiben. Das ist nicht nur rechtlich riskant, sondern bringt dir auch inhaltlich nichts.

Google interessiert die Qualität, nicht die Herkunft

Viele fragen sich: Straft Google KI-Texte ab? Die Antwort von Google selbst ist ziemlich klar: Entscheidend ist, ob ein Inhalt hilfreich ist, nicht wie er entstanden ist. Massenhaft generierte Texte ohne Mehrwert haben trotzdem keine Chance. Google bewertet Inhalte unter anderem nach E-E-A-T, also Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.

Und genau da hat ein reiner KI-Text eine Schwäche. Ihm fehlt die Erfahrung aus dem echten Makleralltag. Die bringst nur du mit. Mehr dazu, wie sich Suche gerade verändert, liest du in unserem Artikel SEO heute: Zwischen klassischer Suche, KI-Antworten und neuen Spielregeln.

Dein Prüfprozess als Checkliste

Ein guter Prüfprozess ist wie die Endabnahme beim Hausbau. Der Rohbau kann schnell gehen. Aber bevor jemand einzieht, schaut ein Fachmann alles genau an. Bevor ein KI-Text online geht, geh diese Punkte durch:

  • Fakten: Stimmen alle Zahlen, Begriffe und Aussagen? Gibt es die genannten Quellen wirklich?
  • Aktualität: Sind Werte, Grenzen und Fristen auf dem aktuellen Stand? Steht irgendwo noch ein altes Jahr?
  • Rechtliches: Gibt es Superlative, Leistungsversprechen oder Aussagen, die irreführend sein könnten?
  • Ton: Klingt der Text nach dir? Oder nach Werbeprospekt?
  • Autor: Steht ein echter Mensch mit Namen und Qualifikation dahinter? Ist erkennbar, wer die Verantwortung trägt?

Halte kurz fest, wer den Text wann geprüft hat. Das hilft dir intern und dokumentiert die redaktionelle Verantwortung.

Fazit

KI-Texte sind ein starkes Werkzeug für deine Website. Aber sie sind ein Entwurf, kein fertiges Produkt. Wenn du jeden Text prüfst, mit deiner Erfahrung anreicherst und mit deinem Namen dafür einstehst, bist du rechtlich besser aufgestellt und inhaltlich deutlich stärker.